Redesignitis in fortgeschrittenem Stadium
Wie Ihr seht, hat es mich wieder schwer erwischt. Letztens liege ich so auf meiner Liege in der Sonne, da fängt doch mein Hirn an, eine neues Layout für webdemar zu gestalten. Daraufhin trug mich mein Körper rücksichtslos an den Rechner und beauftragte meinen Finger mit der Maus auf das blaue Photoshop-Icon im Dock zu klicken.
Willenlos
Da saß ich nun am Freitagabend. Meine Hand rauschte ununterbrochen übers Mouse-Pad. Unentwegt sah ich Ideen und Informationen von meinem Hirn in die Hand an mir vorbei flitzen. Formen und Farben am Bildschirm wurden immer komplexer.
Ich war müde und wollte eigentlich nur die Füße hochlegen und ein Bierchen schlürfen. Meine Freundin lief kopfschüttelnd am Büro vorbei. Eine verwirrende, wenn auch nicht gänzlich unbekannte Situation.
Als ich wieder zu mir kam, lag meine Hand erschlafft auf der Maus. Ich schaute auf den Bildschirm, sah das fertige Layout und dachte nur: Na toll, jetzt darf ICH den ganzen Scheiß wieder programmieren!
Redesignitis
Alle paar Monate sucht mich ein gefährlicher Virus heim, der konstruktives Arbeiten schier unmöglich macht. Die gemeine Redesignitis ist ein weitverbreitetes aber wenig beachtetes Phänomen.
Mit diesem Artikel bekenne ich öffentlich mich in einem fortgeschrittenen Stadium dieser wilden Krankheit zu befinden und suche Verbündete, damit wir gemeinsam Linderung erfahren können.
Wie geht’s Dir?
Hast Du eine ähnliche Attacke schonmal erlebt und wie gehst Du damit um? Findest Du einen solchen Schub produktiv oder lästig? Stört Dich als Leser eines Blog ein häufig wechselndes Layout oder ist das spannend?
ThemeShift - 50% Rabatt für Besucher des WordCamps Berlin
ThemeShift.com ist wieder frisch überarbeitet
Eigene News einreichen auf webdemar
Kommentare
Michael Oeser - am 23. September 2010 -
Jepp…das kenne ich. Tritt bei mir aber nicht ganz so häufig auf
Bei einem Web- oder Designblog wie Deinem finde ich es durchaus erfrischend, wenn es hin und wieder mal gewisse Änderungen gibt. In der Regel erkennt man ja Deine Handschrift und das ist auch gut so.
Bei einer Businesswebsite oder einem Shop wäre ich mit Veränderungen deutlich vorsichtiger bzw. würde sie eher als “gefährlich” ansehen.
Das “Makeover” ist jedenfalls mal wieder gelungen.
Simon [webdemar] - am 23. September 2010 -
Danke Michael! Mit der Unterscheidung (Design-)Blog versus Shop hast Du sicher Recht. Bei letzterem sollte man damit vorsichtig sein.
Chris - am 23. September 2010 -
Ich kenne Deine Krankheit und bin selber seit ich WordPress kenne gänzlich Infiziert.
Sobald mein Theme fertig ist, und die fein arbeiten abgeschlossen sind. Gefällt es mir nach kurzer Zeit nicht mehr und ich beginne wieder von vorn.
In meiner Richtung kann ich mich nie zwischen dem typischen Blogdesign und minimal Design entscheiden.
Ach, es kribbelt schon wieder.
P.S. Dein OverMouse-Repley-Effekt mit opacity gefällt mir gut.
Simon [webdemar] - am 23. September 2010 -
Hi Chris, danke für Dein Feedback! Der Vorgang ist bei mir ähnlich (Theme fertig > Fine-Tuning > Zweifel). Ich weiß noch nicht, ob das gut ist. Schließlich heißt das ja, dass man sich fast täglich verbessert und selbstkritisch ist. Das ist positiv. Manchmal beneide ich aber auch Leute, die das treffende Layout haben und dieses jahrelang nur marginal verändern.
Chris - am 23. September 2010 -
Für mich persönlich ist es ein positiver Kreativer Effekt. So kommen mir immer wieder neue frische Ideen. Bei einem Theme bleiben bedeutet für mich Stillstand. Und so “alt” fühle ich mich noch nicht.
Simon [webdemar] - am 23. September 2010 -
Ja, ich denke auch, dass es letztlich positiv ist. Schließlich geht es in Blogs um Aktualisierung und Erneuerung. Aber die Einschränkung für Shops und nicht-Blogs, die Michael oben gemacht hat, finde ich ebenso richtig.
Chris - am 23. September 2010 -
Absolut! Stimme ich zu. Glücklicherweise stehe ich nicht in dieser Position.
Michael - am 24. September 2010 -
Das ist täglich Brot
Besonders, wenn man an den an sich selbst gestellten Aufgaben arbeitet. Ca 80 Logo-Ideen… alle verworfen, ca. 30 Domain-Namen… alle verworfen … unzählige Design zum aufbau meines Portfolios … alle verworfen …
Nun habe ich mir ein professionelles Theme gegönnt (deNovo) dann erschien deSignum und ich weiß nicht ob das vielleicht passender wäre. Dabei schaue ich wieder auf Themeshift.com und finde, das deLucide und deCondo eigentlich noch besser wären… Und nun?
Und obendrein komm ich mit der Anpassung des Themes mangels zwingend dafür notwenidiger Hinrzellen nicht vom Fleck…
Sonst noch was?
Simon [webdemar] - am 24. September 2010 -
Haha, schönes Ding! Ich sehe, Du bist ein Betroffener. Es ist schön zu hören, nicht alleine zu sein.
Bei den ThemeShift-Themes wäre es sicher das Beste, alle zu kaufen. Dann biste auf der sicheren Seite
Nico - am 24. September 2010 -
Gratulation zu Redesign! Sehr gut gelungen, es wirkt jetzt insgesamt etwas freundlicher und lockerer. Liegt sicher an der Sonne
Den Virus kenne ich auch und bin eigentlich ständig damit beschäftigt an meinen Seiten zu basteln. Kaum hat man was fertig, geht’s beim nächsten wieder los. Aber genau dafür sind solche Spielwiesen wie der eigene Blog notwendig und perfekt geeignet.
Was mir oft passiert, das ich eine Idee für ein Webprojekt habe, vom Domainnamen, Design, Coding, Text, bis zur fertigen Website würde ich dann am liebsten alles fertig machen. Wenn man in Stimmung ist, die Zeit es zulässt gelingts, manchmal auch nicht.
Wenn’s passt sollte man es auch schonmal ausnutzen und die Nacht durchmachen. Ich finde, da kommen manchmal die besten Sachen bei raus. Man muß natürlich wissen wann Schluß ist und am Ende durch Kopfmatsch nicht wieder alles kaputt machen
Simon [webdemar] - am 24. September 2010 -
Vielen Dank Nico! Du hast vollkommen Recht. Gerade einen Design-Blog sollte man auch als Spielwiese nutzen.
Deine Anmerkung zur Stimmung finde ich wichtig. Einen solchen Schub muss man tatsächlich ausnutzen, denn es gibt Tage, an denen nichts geht. An anderen sitzt jeder Handgriff und ein Layout ist in wenigen Stunden fertig.
Marjeta Prah-Moses - am 24. September 2010 -
Ich stelle mich mit dazu.
Meist überkommt es mich am Wochenende und dann kann´s schon mal vorkommen dass ich bis spät in die Nacht das neue Layout programmiere, nur weil ich´s kaum erwarten kann dass es fertig ist. Furchtbar dieser Zustand, weil es mir so geht wie den anderen auch: Kaum ist es fertig, weiß ich ganz genau dass nach einpaar Monaten wieder was neues her muss. Aber ich kann diesen Drang inzwischen ganz gut unterdrücken. Denn (nun kommen wir zu Deiner letzten Frage) ich persönlich mag es nicht wenn sich “meine” abonnierten Blogs ständig im Layout ändern.
Simon [webdemar] - am 25. September 2010 -
Dank meiner Tätigkeit als Theme-Entwickler muss ich diesen Drang nicht unterdrücken und kann ihn ungezügelt ausleben
Aber Du hast Recht, mit den wechselnden Layout sollte man auch nicht übertreiben.
Markus - am 26. September 2010 -
Der Vorgang ist bei mir ähnlich (Theme fertig > Fine-Tuning > Zweifel). Ich weiß noch nicht, ob das gut ist. Schließlich heißt das ja, dass man sich fast täglich verbessert und selbstkritisch ist …
… ich glaube bei den eigenen Sachen hat man einfach nie genug objektiven Abstand, eigentlich sind die Designs meist gut aber irgendwann überschreitet man da diesen einen Punkt wo man anfängt zu zweifeln. Ich kenne das übrigens nicht nur vom Webdesign her sondern auch von der hobbymäßigen Musikproduktion, man hört eine Passage während der Produktion öfter als jemand der sich die Scheibe später kauft und hört sich die Sache damit in kürzester Zeit satt. Beim Design dürfte das ähnlich sein, man sieht seine eigene Seite einfach zu oft und hatte dann schneller die Faxen dicke
…
…um Dich zu beruhigen: Dein Redesign ist mehr als gelungen, sehr eigenständig und klar … darf ich Fragen welches Syntax-Plugin Du für die Codeschnipsel im Blog einsetzt, such auch gerade eine möglichst einfache Variante ohne Schnickschnack …
Greets, Markus
Simon [webdemar] - am 26. September 2010 -
Moin Markus, mit sattshören/-sehen hast Du, glaub ich, vollkommen Recht. Man guckt einfach zu oft drauf. Dann stören einen Sachen, die wahrscheinlich niemand anders wahrnimmt.
Für die Code-Schnipels verwende ich, gerade weil ich ebenfalls kein Schnickschnack möchte, überhaupt kein Plugin, sondern formatiere diese nur über CSS. Das sind
code- /pre-Elemente mit einem transparenten Hintergrundbild und CSSborder-radius… mehr nicht.Markus - am 27. September 2010 -
Für die Code-Schnipels verwende ich, gerade weil ich ebenfalls kein Schnickschnack möchte, überhaupt kein Plugin …
… ist wie immer, das naheliegende einfach übersehen
… kannst dann gleich noch einen Beitrag zum Thema Betriebsblindheit bringen
…
Zumindest trifft Dein Artikel den Nagel auf den Kopf, bin auch wieder einmal über einem Redesign und so langsam reicht es dann auch wieder, der Kopf brummt und am Ende des Tages ist man fix und fertig weil einem die eigenen Sachen irgendwie nicht loslassen – da hilft es am Ende nur mit Gewalt einen Schlußstrich zu ziehen und sich selbst zu zwingen nicht weiter nach der perfekten Lösung zu suchen die es eh nicht gibt – hab schon ein paar mal darüber nachgedacht meine eigene Website bei jemand anders in Auftrag zu geben nur um den Stress nicht jedesmal durchmachen zu müssen
…
Greets, Markus
Christian - am 16. Oktober 2010 -
Bei mir setzt das ganze glücklicherweise immer dann ein wenn ich sowieso grade am Pixelschubsen bin. Da fange ich mit einem Design an, und im Prozess wird das ganze dann ca. 5-20 mal wieder weggehauen, bis das Endergebnis überhaupt nicht mehr so aussieht wie meine eigentliche Idee.
Caspar - am 23. Oktober 2010 -
Moin Simon, bin neu hier und gerade über diesen Artikel gestolpert – ironischerweise mitten in einem Schub von Redesignitis, der mich seit gestern heimsucht!
Ich bekenne mich als definitiv betroffen und stehe kurz davor, eine Regionalgruppe der anonymen Redesigner zu gründen! Allerdings bin ich in Potsdam wahrscheinlich das einzige Opfer. Die Treffen werden auf jeden Fall vorsichtshalber bei mir zuhause stattfinden…
Mir gefällt das Design Deiner Site sehr gut, wollte ich eigentlich sagen. Klar und übersichtlich, mit einem Touch ins Edle, was die Navigation angeht, und gleichzeitig einer Idee Surf durch die Creampuff im Logo, den Buttons usw.. Im Design farblich zurückhaltend, dafür sorgen die vielen Fotos für Farbe im Gesamtbild. Schöne Komposition!
Herzliche Grüße aus dem sonnigen, kalten Potsdam!
Simon [webdemar] - am 23. Oktober 2010 -
Hi Caspar, vielen Dank für Dein detailliertes Feedback und natürlich Deine Kompassion. Die Idee einer Regionalgruppe ist ja klasse. Ich wünsche Dir viel Glück dabei und Linderung durchs Kollektiv
Patrick Offczorz - am 18. November 2010 -
Hihi. toller Artikel. Ich bekenne mich auch dazu. Es motiviert allerdings, dass alte Layout anschließend zu verkaufen oder zum Download anzubieten. So macht das Redesign wieder Sinn
Ich kann meine Redesigns schon gar nicht mehr zählen
Simon [webdemar] - am 18. November 2010 -
Moin Patrick, das ist eine gute Variante, stimmt. Die Themes für meine Seiten sind allerdings nie so sauber programmiert wie die, die ich zum Kauf oder Download anbiete
Maja79 - am 28. Dezember 2010 -
Häufige Designänderungen.. Nun ja.
Nicht so mein Fall. So eine Identität eines Blogs baut sich eingängig mit dem Design auf, egal ob nun gut, mäßig oder schlecht. Es ständig zu ändern zeugt nicht sehr von Selbstbewusstsein und würde mich dann auch zweifeln lassen ob der Blog noch lange durchhält, da ja offensichtlich der Inhalt etwas vernachlässigt werden würde.
Generell sage ich aber nichts gegen kleine Änderungen im Laufe der Zeit oder eine größere Runderneuerung einmal pro Jahr. Man geht ja selber etwas ein, wenn man Tag ein, Tag aus, immer dieselben Seiten vor sich hat.
Trackbacks