Genesis WordPress Theme Framework
Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Theme Frameworks für WordPress. Das hier bereits vorgestellte Thematic von Ian Stewart oder Hybrid von Justin Tadlock. Das aus meiner Sicht ausgefeilteste und umfangreichste ist Genesis von StudioPress.
Die grundlegende Idee hinter Theme-Frameworks ist es, individuelle Anpassungen so zu machen, dass das Basistheme nicht verändert wird. Das hat den großen Vorteil, dass Änderungen am Design bei einem Update nicht überschrieben werden und man so in den Genuss von Aktualisierungen kommt, ohne alles noch mal umzubauen. Wenn man ein Update von WordPress installiert, muss man ja auch nicht alles neu machen.
Das Prinzip Child Themes
Über Child Themes wurde bereits viel geschrieben und ich möchte hier gar nicht so sehr ins Detail gehen, da das ja keine Besonderheit von Genesis ist, sondern typisch für alle Frameworks. Das Prinzip ist relativ simpel. Ein Child-, also “Kind”-Theme verwendet größtenteils den Code seines “Eltern”-Themes. Es besteht mindestens aus einer style.css und einer functions.php und kann im Grunde beliebig erweitert werden. Typischerweise besitzt es einen eigenen images Ordner für Bilder und Grafiken und sehr oft eine eigene home.php, um der Startseite ein ganz individuelles Bild zu geben.
Genesis – Ein Premium Framework
Wenn man nicht bereit ist, für hochwertige Arbeit etwas Geld auszugeben und sich lieber in der Welt der kostenlosen WordPress Themes herumtreibt, dann kann man sich den Besuch auf der StudioPress Website eigentlich sparen, außer man will sich Appetit holen. Genesis ist ein Premium Framework und das zu recht. Es ist mit knapp 60 US$ für das Basis Framework und ca. 25 US$ für ein Child Theme sicher im gehobenen mittleren Preissegment angesiedelt. Dafür bietet es aber hochprofessionelle Designs, eine unglaubliche Funktionsvielfalt und sehr gute Produktunterstützung via Support Forum.

Funktionsübersicht
Die Funktionsübersicht ist ziemlich lang und ich beschränke mich hier mal auf ein paar wesentliche Punkte. Die komplette Liste kann man sich bei StudioPress anschauen.
Automatische Updates
Wie bereits erwähnt, ist ein wesentlicher Vorteil von Theme Frameworks, dass man sie einfach aktualisieren kann. Genesis geht hier noch einen Schritt weiter und bietet eine automatische Updatefunktion – ähnlich, wie man sie von Plugins oder WordPress selbst kennt – an. Man kann sich sogar per E-Mail an eine beliebige Adresse über Updates benachrichtigen lassen.
Layout Optionen
Genesis bietet mehrere eingebaute Seitenlayouts an. Damit sind nicht unterschiedliche Page Templates gemeint, die es auch bietet, sondern tatsächlich die Möglichkeit, jeder Seite und jedem Beitrag ein individuelles Gesicht zu verleihen.
Man kann dabei in den Themeeinstellungen ein Standardlayout definieren, dieses aber auch per Klick pro Seite oder Artikel nochmals ändern. Dabei stehen einem folgende Optionen zur Verfügung:
- Content/Sidebar
- Sidebar/Content
- Content/Sidebar/Sidebar
- Sidebar/Content/Sidebar
- Sidebar/Sidebar/Content
- Full Width Content (kein Sidebar)
Anpassungen mit Hooks
Hooks sind Codefragmente im Theme, die als eine Art Platzhalter dienen und denen bestimmte Funktionen zugewiesen sind. Das spannende daran ist, dass man diesen Hooks sehr einfach eigene Funktionen zuweisen oder Funktionen deaktivieren kann. In der Regel werden Hooks ausschließlich in der functions.php gesteuert. Für Genesis gibt es sogar ein Plugin, dass das Arbeiten mit den Hooks nochmals vereinfacht. Genesis hält über 40 solcher Hooks bereit und bietet damit die Möglichkeit große Teile des Themes zu manipulieren, ohne Template Dateien zu verändern.
Weitere Funktionen
Natürlich ist Genesis SEO optimiert und bietet hierfür auch eingebaute Tools. Ich selbst bevorzuge allerdings die SEO Optimierung mittels wpSEO Plugin, weil das noch wesentlich umfangreicher ist. Genesis ist BuddyPress kompatibel, bietet umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten, mehrere Farbschemen, eigene Widgets und eine Vielzahl hochprofessioneller Child-Themes.
Child Theme Marketplace
Eine weitere spannende Idee, die StudioPress gerade ins Leben gerufen hat, ist der Child Theme Marketplace für Genesis. Hier haben Themedesigner die Möglichkeit eigene Genesis Child Themes professionell zu vermarkten. Natürlich werden die Themes durch StudioPress eingehend geprüft und nur Child Themes, die den Qualtitätsansprüchen genügen werden zugelassen. Dadurch haben Käufer die Sicherheit ein hochwertiges Produkt zu kaufen und Verkäufer den Vorteil sich in einem hochwerigen Umfeld positionieren zu können und mit Ihren Designs Geld zu verdienen.
Child Theme Showcase
Im Folgenden stelle ich einige der Child Themes für Genesis vor, die mir persönlich besonders gut gefallen und die einen guten Überblick über die Vielfalt der verfügbaren Child Themes zeigen. Zur Zeit gibt es etwa 15 verschiedene Child Themes.
AgentPress
AgentPress ist in erster Linie für Immobilienmakler und deren speziellen Bedürfnisse gedacht.
Executive
Executive ist ein sehr edles Theme für Unternehmenswebsites.
Enterprise
Ein weiters sehr elegantes Theme für Unternehmenswebsites.
Platinium
Sehr modernes Theme in “Metalloptik”. Gut für Musiker-Websites, oder Magazine.
Serenity
Feminin anmutendes Theme mit hellen, freundlichen Farben, dass sich z.B. für Online Magzine zu Frauenthemen eignet.
Fazit
Ein Theme Framework ist schon per se eine tolle Sache, Genesis setzt an vielen Stellen noch einen drauf und geht mit seinem Funktionsumfang, seinen vielen Features und seinen tollen Child Themes einen Schritt weiter. Mit knapp 80 US$ für das Framework und ein Child Theme ist das Preisniveau für WordPress Themes zwar im gehobenen Mittelfeld, aber auf jeden Fall jeden Cent wert.
Ich habe bereits ein Kundenprojekt auf Basis von Genesis abgeschlossen und derzeit ein weiteres auf Basis des Executive Child Themes in Arbeit und ich bin immer wieder begeistert, wie schnell und einfach die Arbeit von der Hand geht, auch wenn es sicher erst mal eine Umgewöhnung zum normalen Umgang mit Themes und Template-Dateien ist. Und wenn man mal nicht weiterkommt, hilft einem das Support Forum schnell weiter.





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Kommentare
Nico - am 17. Mai 2010 -
Hey, danke für den Tipp. Das muß ich mir unbedingt anschauen, hört sich wirklich alles sehr gut und sinnvoll an. Optimal wenn man viele Seiten mit WordPress entwickeln muss.
peura - am 12. Juni 2010 -
Wenn man selber nicht großartig was am gekauften Theme verändern will, mag das ja ganz schön sein. Aber ansonsten verkompliziert so ein Theme Framework es ganz schön, Änderungen am Theme vorzunehmen. Alles läuft nur noch über Funktionen und Hooks, wozu man sich zunächst mit der doch recht umfangreichen Dokumentation zeitaufwändig auseinandersetzen muss. Während man vorher eine unerwünschte Footerzeile einfach aus der footer.php gelöscht hat, muss man jetzt dazu Funktionen schreiben und Filter setzen. Eine kleine Änderung bei den Meta Informationen im Post … vorher eine Sache, die blitzschnell erledigt werden konnte. Jetzt muss man erstmal schauen, welcher Hook zuständig ist und mit welcher Funktion man da irgendwas umstellen kann. Was für ein Aufwand! Mir ist das alles viel zu umständlich. Und soooo oft müssen Themes ja auch nicht aktualisiert werden, dass man deswegen diese ganzen Nachteile auf sich nehmen muss. Zum php Lernen sicherlich keine schlechte Sache aber als ‘pflegeleichtes’ Theme würde ich das nicht bezeichnen.
egal - am 17. November 2010 -
http://www.studiopress.com/features/genesis
Der Link in Deinem Beitrag (Funktionsübersicht) ist leider von StudioPress geändert worden. Vllt. findest Du ja einen neuen und kannst es ausbessern.
Michael Oeser - am 18. November 2010 -
Der neue Link lautet: http://www.studiopress.com/features
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