Umzug einer WordPress-Installation in 3 einfachen Schritten

27. April 2010 - WordPress Tipps - 21 Kommentare

Umzug einer WordPress-Installation in 3 einfachen Schritten

Der Umzug einer kompletten Installation ist dank der Export/Import-Funktion von WordPress und ein paar gezielten Tricks eine Sache von 3 Schritten in wenigen Minuten.

Sprungmarken

1. Bestehende Daten exportieren

Um den kompletten Inhalt (Artikel, Seiten, Kommentare, benutzerdefinierte Felder, Kategorien und Schlagwörter) einer bestehenden WordPress-Installation auf einer alten Domain oder einem alten Server zu exportieren, gehen wir im Admin-Bereich im Hauptmenü links zu Werkzeuge > Daten exportieren.


WordPress bietet uns nach dem Klick auf Export-Datei herunterladen eine XML-Datei bspw. mit dem Namen wordpress.2010-04-26.xml zum Download an. Wir speichern diese auf unserem Computer.

2. Bestehende Daten importieren

Im Folgenden gehe ich davon aus, dass eine frische WordPress-Installation auf dem Ziel-Server unter einer neuen Domain verfügbar ist.

WordPress bietet neben der Exportfunktion sinnvollerweise auch eine Importfunktion. Diese macht es denkbar einfach, Artikel aus anderen Blogsystemen oder RSS-Feeds zu importieren. Von WordPress zu WordPress ist selbstredend ebenfalls möglich.


Wir wählen also die Option WordPress und im folgenden Schritt die von unserer alten Installation exportierten XML-Datei auf unserer Festplatte.


Nach dem Klick auf Datei aktualisieren und importieren werden wir auf eine weitere Seite geleitet, auf der wir entscheiden können, ob ein oder mehrere neue User (basierend auf den Benutzern der alten Installation) angelegt oder ob alle Artikel einem oder mehreren Benutzern der neuen Installation zugewiesen werden sollen.

Da es sich in meinem Beispiel um nur einen und denselben Autor handelt, ist es egal, was ich hier auswähle. Ich weise alle Beiträge dem admin der neuen Installation zu.


Ein weiterer und weitaus wichtigerer Punkt ist der Haken bei Dateianhänge herunterladen und importieren. Standardmäßig ist der Haken nicht gesetzt. Er muss für unseren Import in jedem Fall gesetzt werden, damit alle Bilder der alten Installation übernommen werden.

Mit dem Klick auf Senden wird der eigentliche Importvorgang gestartet. Dieser kann je nach Umfang der Daten ein paar Momente dauern.

Nach Beendigung dieses Vorgangs bekommen wir die Erfolgsmeldung Alles fertig!

3. Alte Pfade korrigieren

So gaaaanz fertig sind wir noch nicht. Es müssen noch einige Pfade mit der alten Domain, die in den Artikelinhalten oder benutzerdefinierten Feldern vorkommen, angepasst werden.

Alle Dateien in der Mediathek (Bilder etc.) haben jetzt eine neue Adresse/Pfad. Artikelbilder (WP 2.9 Post-Thumbnail-Funktion) werden automatisch angepasst. Bildern oder Links im Artikel- oder Seiteninhalt (Post-Editor), die in der Datenbank gespeichert sind, müssen jedoch manuell von uns aktualisiert werden.

Um jetzt nicht jeden Artikel einzeln zu öffnen und ihn nach Bildern oder Links im Text durchsuchen zu müssen, bedienen wir uns dem äußerst nützlichen Plugin Search and Replace von Frank Bültge.


Mit diesem Plugin lässt sich eine bestimmte Zeichenfolge in der WordPress-Datenbank durch eine andere ersetzen. In unserem konkreten Fall heißt das, wir ersetzen in allen Datenbanktabellen jedes Vorkommen von http://alte-domain.de mit der Zeichenfolge http://neue-domain.de.


Nun sind alle Inhalte samt Bildern übernommen, Pfade und interne Links in Artikeln und Seiten korregiert. Fertig!

Fazit

Wenn man in diesem Vorgang ein wenig Übung hat, kann man eine komplette Installation in wenigen Minuten von einem Server oder einer Domain auf einen anderen Server oder eine anderen Domain schieben. Einfach!

In der WordPress-Installation verwendete Plugins sollten deaktiviert und ggfs. auf dem neuen Server oder der neuen Domain nochmals installiert werden.

Relevante Links

Autor

Moin, ich bin Simon und ehemaliger Betreiber dieses Blogs.

RSS abonnieren

und so weiter...

Kommentare

  • Frank - am 27. April 2010 - Antworten

    Kann man so machen. Man muss aber aufpassen hinsichtlich der Serverkonfiguration. Beispielsweise MySQL4 auf dem alten und 5 auf dem neuen Server sorgt garantiert für Probleme. Deswegen empfehle ich lieber die Migration der Datenbank mittels MySQLDumper – ist in der Regel sicherer.

    • Simon [webdemar] - am 27. April 2010 - Antworten

      Danke für den Hinweis Frank! Ein Sicherheitsproblem sehe ich nicht, da man die alte bestehende Seite nicht gefährdet. Wenn der Import aus den von Dir genannten Gründen nicht klappt, kann man ja immer noch den Umzug per DB machen. Aber gerade für Anfänger und Migrationen von Subdomains (z.B. test.domain.de) finde ich diesen Weg weitaus überschaubarer.

  • Tom - am 27. April 2010 - Antworten

    Diese Vorgehensweise funktioniert aber wohl nur, wenn man keine komplexeren Plugins verwendet, die eigene Tabellenstrukturen in der DB erstellen. In dem Fall kommt man um einen manuellen Export/Import der DB und der Files nicht herum, was aber auch kein so großer Beinbruch ist.

  • Jörg - am 27. April 2010 - Antworten

    Generell sollte man bei Verwendung von Plugins bei dieser Methode sehr vorsichtig sein. Aber für einen Standard-Blog sollte das in den meisten Fällen ausreichend sein.

  • Simon [webdemar] - am 27. April 2010 - Antworten

    @Tom @Jörg, vielen Dank für Eure Hinweise. Ihr habt Recht und so habe ich den Post um diese Anmerkung erweitert.

  • Dieter - am 27. April 2010 - Antworten

    Ich würde – wie Perun auch (siehe http://www.wordpress-buch.de/2009/09/mit-wordpress-umziehen/ ) – Schritt 3 als Schritt 2 vorziehen, indem ich in der exportierten xml-Datei mittels Editor und Suche-und-Ersetze einfach die alte durch die neue Domain ersetze. Dann brauche ich kein Plugin zu bemühen.

    • Simon [webdemar] - am 28. April 2010 - Antworten

      Moin Dieter, vollkommen richtig. Das ist natürlich eine genauso gute Möglichkeit. Dennoch ist für einen Anfänger oder DAUs, meines Erachtens, oben genannte Lösung einfacher. Viele schlagen bei XML öffnen und Suchen-Ersetzen ja schon die Hände über dem Kopf zusammen :)

  • ach1m - am 16. Mai 2010 - Antworten

    Hi Simon, habe soeben anhand deines kleinen Tutorials meinen Online-Blog auf meine lokale Spielwiese geclont. Klappt alles supi. Jedoch möchte ich noch was ergänzen. Ich weiss, die Zeiten des http://WWW.domain.de sind vorbei, aber dennoch habe ich Franks Plugin einmal mit http://domain.de und dann nochmals mit http://www.domain.de durchlaufen lassen. Immerhin hat er so noch, warum weiss ich nicht, 9 Einträge gefunden. Ansonsten natürlich superduper erklärt.
    Gruß, ach1m.

  • Andreas Zech - am 17. Mai 2010 - Antworten

    Prinzipiell würde ich auch MySQLDumper empfehlen. Geht super einfach und schnell. Natürlich müsste dann im 2. Schritt die Domain-Namen umnenannt werden.

    Vorteil: Hier laufen auch alle PlugIns :)

    Frage: Bei Deiner Menthode müsste doch auf dem alten Blog dann auch die PlugIns deaktiviert werden, wenn ich das richtig verstanden habe, oder ?

  • Horst - am 18. Mai 2010 - Antworten

    Hallo,

    der Hinweis auf das Plugin “Search and replace” ist Gold wert. Bisher habe ich Änderungen immer über phpmyadmin in der Datenbank selbst gemacht und dabei oft auch Fehler produziert.

    Vielen Dank für diesen Hinweis.

    Horst

  • Sylvi - am 2. Juni 2010 - Antworten

    Super Beschreibung! Ich überlege ja noch, ob ich nicht doch irgendwann mit meinem Zweitblog von wordpress.com zu wordpress.org umziehe. Einmal hat es ja schon geklappt, allerdings kannte ich damals noch nicht das Plugin “Search and Replace”. Auf jeden Fall hab ich mir den Beitrag mal gemerkt ;-)
    LG Sylvi

  • Mika - am 3. Juli 2010 - Antworten

    Danke für den Artikel hat mir bei mitlerweile 4 Umzügen sehr viel Zeit gespart. Gruß Mika

  • Reinhold Kuffer - am 24. Juli 2010 - Antworten

    Bin heute erfolgreich mit der Export/Importfunktion umgezogen, dabei habe ich das “suchen-und ersetzen”-Plugin benutzt. Alles lief reibungslos.

    Vielen Dank für die Tipps!

  • Chikatze - am 25. Juli 2010 - Antworten

    Was mache ich, wenn mein Blog so groß ist, daß die Inhalte den Rahmen dieser automatischen Export-Funktion sprengen? Mir gibt WordPress dann nämlich eine Fehlermeldung aus. :( (

  • Manfred - am 1. August 2010 - Antworten

    Wie einfach das ist, und es funktioniert ohne Probleme!

    Bislang hatte ich noch keinen Umzug zu machen, aber schon die Frage, wie das überhaupt geht. Hab’s direkt probiert und alles war da. Dieser Artikel ist die beste Anleitung die ich jemals zum Thema gelesen habe.

    Außerdem sehr verständlich geschrieben, das schafft ja auch nicht jeder Autor.
    Gruß, Manfred

  • Gerrit - am 15. Oktober 2010 - Antworten

    Puh, danke. Ich hatte nach einem Umzug exakt dieses Problem. Dank Google und Deinem Beitrag habe ich die Lösung. YMMD!

  • Markus - am 19. Oktober 2010 - Antworten

    Moin,

    funzt das auch wenn ich eine ältere Wp2 Installation auf das neue WP3 umziehen möchte?

    Oder gibt es da andere Möglichkeiten?

    • Simon [webdemar] - am 20. Oktober 2010 - Antworten

      Das kann ich Dir nicht mit Sicherheit sagen. Ich würde erst das Update machen und dann umziehen. Das kommt ganz auf Deine Risikobereitschaft an ;)

  • Higgi - am 18. Februar 2011 - Antworten

    klar – die Steps sind einfach und prima erklärt. Ein paar Tipps zum Thema, “Wie ziehe ich mein modifizierte Template um” o.ä, wären auch cool.
    Anyway – gute Arbeit.

Trackbacks

Deine Meinung